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3F3 Installationssicherheit

Facility Management: Zutritt » Ausschreibung » Vertrag über Zugangskontrollsystem » 3F3 Installationssicherheit

Installationssicherheit und technische Prüfung im Vertrag über Zugangskontroll‑ und Sicherheitslösungen

Installationssicherheits-Erklärung Zutrittskontrollsysteme

(Bieter-Dokument – Zutrittskontrollsysteme)

Der Auftragnehmer sichert zu, dass sämtliche Installationsarbeiten für die Zutrittskontrollsysteme an den Ein- und Ausgangsbereichen der Liegenschaft unter strengsten Sicherheits- und Compliance-Vorgaben durchgeführt werden. Das Unternehmen stellt umfassende RAMS-Dokumentation (Risk Assessment and Method Statement, d. h. Gefährdungsbeurteilung und Arbeits- beziehungsweise Methodenvorgangsdokumentation) bereit, um die sichere, gesetzeskonforme und kontrollierte Ausführung aller Montage- und Installationsarbeiten zu gewährleisten.

Diese Installationssicherheits-Erklärung dient als verbindliche Grundlage für die Arbeitsausführung und wird im Rahmen der Angebotsabgabe eingereicht. Sie beschreibt die anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen und internen Vorschriften des Auftragnehmers, die bei der Durchführung der Zutrittskontrollinstallationen zwingend einzuhalten sind. Darüber hinaus werden die zugrunde liegenden Gefährdungsbeurteilungen und die methodischen Abläufe der Installation detailliert dargelegt.

Alle Arbeiten werden so geplant und umgesetzt, dass sowohl die Sicherheit der ausführenden Mitarbeiter als auch der Gebäudenutzer, Besucher und sonstiger Dritter jederzeit gewährleistet ist. Insbesondere werden potenzielle Risiken im Vorfeld identifiziert, bewertet und durch geeignete Schutzmaßnahmen vermieden bzw. minimiert. Die Dokumentation der Schutzmaßnahmen und das konsequente Risikomanagement sichern die ständige Überprüfbarkeit und Transparenz der Arbeitssicherheit.

Durch diese Erklärung bestätigt der Auftragnehmer, dass sämtliche Installationsmaßnahmen für das Zutrittskontrollsystem vollumfänglich den geltenden Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften entsprechen. Auch während der gesamten Ausführungsphase wird auf eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Sicherheitsstandards geachtet, sodass etwaige Abweichungen oder neue Gefährdungen umgehend erkannt und behoben werden können.

Gemäß den Vorgaben der deutschen Gesetzgebung, den Unfallverhütungsvorschriften und den einschlägigen technischen Normen sind folgende Regelwerke anzuwenden:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Zentrale gesetzliche Grundlage zur Gewährleistung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz.

  • DGUV Vorschriften: Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (z. B. DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ und DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“), die verbindliche Anforderungen zur Unfallverhütung und sicheren Gestaltung von Arbeitsplätzen enthalten.

  • DIN VDE 0100: Deutsche Normenreihe für die Errichtung elektrischer Anlagen, die bei der Installation von Zutrittskontrollsystemen (einschließlich Stromversorgung, Verkabelung und Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag) anzuwenden ist.

  • DIN EN 60839: Europäische Norm mit Anforderungen und Prüfverfahren für elektronische Zutrittskontrollsysteme, um die Funktionssicherheit, Zuverlässigkeit und elektrische Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.

  • Baustellenverordnung (BaustellV): Bundesrechtliche Regelungen zur Koordinierung von Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen, insbesondere bei gleichzeitigen Tätigkeiten mehrerer Arbeitgeber oder Gewerke auf demselben Gelände.

Ausschreibungsverpflichtungen- Die folgenden Ausschreibungsverpflichtungen gelten verbindlich für das gesamte Installationsprojekt:

  • Vorlage der RAMS: Die vollständige RAMS-Dokumentation (Gefährdungsbeurteilung und Method Statement) wird vor Arbeitsbeginn dem Auftraggeber vorgelegt. Ohne freigegebene RAMS dürfen keine Arbeiten ausgeführt werden.

  • Arbeitsschutz und Sicherheit: Alle Tätigkeiten werden nach den geltenden Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorgaben ausgeführt. Dabei sind die Richtlinien strikt einzuhalten, insbesondere zum Schutz der ausführenden Mitarbeiter sowie der Gebäudenutzer und Besucher. Rettungswege, Zugänge und Arbeitsbereiche werden jederzeit frei gehalten bzw. entsprechend abgesichert.

  • Dokumentation und Auditierbarkeit: Die Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen wird durch den Auftragnehmer dokumentiert. Prüfprotokolle, Checklisten und Schulungsnachweise der Mitarbeiter stehen der HSE-Abteilung des Auftraggebers jederzeit zur Einsicht zur Verfügung, um die ordnungsgemäße Umsetzung kontrollieren zu können.

Gefährdungsermittlung- Im Rahmen der Gefährdungsermittlung werden folgende Gefahrenquellen identifiziert:

  • Elektrische Gefährdung: Beim Anschluss von Steuergeräten, Lesern und sonstigen Komponenten besteht die Gefahr von Stromunfällen. Unzulängliche Erdung oder fehlerhafte Verdrahtung können zu Stromschlägen oder Bränden führen.

  • Arbeiten in der Höhe: Installationen an Türzargen, hohen Türen oder in der Nähe von Deckenleuchten erfordern den Einsatz von Leitern, Bühnen oder Gerüsten. Dabei besteht Absturzgefahr und das Risiko herabfallender Werkzeuge oder Bauteile.

  • Manuelle Handhabung schwerer Bauteile: Türen, Schlösser, Netzteile oder Serverschränke können sehr schwer sein. Unsachgemäßes Heben, Tragen oder Fixieren kann zu Muskel- und Gelenkverletzungen führen.

  • Brandschutz und Rettungswege: Während der Installation können Materialien, Werkzeuge oder elektrische Leitungen in Flucht- und Rettungswegen liegen bleiben. Das birgt das Risiko einer verzögerten Evakuierung im Notfall und muss verhindert werden.

Risikobewertung

Für jede ermittelte Gefährdung werden Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadensfolgen bewertet. Anschließend erfolgt die Einstufung in Risikokategorien (niedrig, mittel, hoch) anhand definierter Kriterien. Risiken mit hoher Einstufung werden vorrangig durch weitere Schutzmaßnahmen minimiert.

Schutzmaßnahmen- Zur Verminderung identifizierter Risiken werden folgende Schutzmaßnahmen umgesetzt:

  • Netzfreischaltung und LOTO: Vor allen Arbeiten an elektrischen Leitungen oder Geräten wird die Energieversorgung abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert (Lockout/Tagout-Verfahren). Eine kontrollierte Spannungsprüfung sichert, dass Spannungsfreiheit besteht.

  • Absturzsicherung: Bei Installationen in der Höhe werden geeignete Arbeitsmittel (Leitern, Gerüste, Hebebühnen) verwendet. Zusätzlich kommen persönliche Auffangsicherungen wie Auffanggurte oder Geländer zum Einsatz, um Absturzunfälle zu verhindern.

  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Alle Monteure tragen während der Arbeiten vorgeschriebene Schutzausrüstung, einschließlich Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Schnittschutzhandschuhe und ggf. Schutzbrille bzw. Gesichtsschutz.

  • Mechanische Hilfsmittel: Zur Handhabung schwerer Bauteile (Türschlösser, Türblätter, Netzteile oder Serverschränke) werden Hebewerkzeuge, Transportwagen oder Krananlagen eingesetzt, um körperliche Belastungen zu reduzieren und Verletzungen vorzubeugen.

  • Kennzeichnung und Absperrung: Arbeitsbereiche werden klar abgegrenzt und mit Warnschildern gekennzeichnet. Gefahrenstellen werden sichtbar markiert, sodass Unbefugte Abstand halten.

Arbeitsvorbereitung- Vor Arbeitsbeginn werden folgende Vorbereitungsschritte durchgeführt:

  • Baustellenbegehung und Planung: Begehung der Einsatzbereiche, Feststellung der örtlichen Bedingungen und Abstimmung mit den Beteiligten. Dabei erfolgt auch die Identifikation möglicher Gefährdungen und die Festlegung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen.

  • Unterweisung und Genehmigungen: Alle ausführenden Mitarbeiter erhalten eine Sicherheitseinweisung zu den spezifischen Arbeiten. Erforderliche Arbeitserlaubnisse (z. B. für elektrische Arbeiten oder Arbeiten in der Höhe) werden vor Beginn eingeholt.

  • Absicherung des Arbeitsbereichs: Die Installation wird räumlich abgegrenzt. Arbeitsbereiche werden abgesperrt und mit entsprechender Beschilderung (z. B. Hinweisschilder „Zutritt verboten“ oder Warnhinweise) versehen.

Ausführungsablauf- Hinweis: Während aller Arbeiten sind die Rettungswege freizuhalten.

  • Bohr- und Fräsarbeiten: Erforderliche Bohrungen in Wänden oder Decken werden für Sensor- und Gerätebefestigungen ausgeführt. Dabei werden eventuelle Kabelkanäle vorgebohrt und auf Maß gebracht.

  • Kabelverlegung: Strom- und Datenkabel werden gemäß Plan verlegt und in Kabelkanälen oder Schutzrohren geführt. Dabei wird auf ordnungsgemäße Verlegung und ausreichende Scheuerschutz an scharfen Kanten geachtet.

  • Gerätemontage: Die Komponenten der Zutrittskontrolle (Steuerungen, Kartenleser, Türverriegelungen, Türkontakte etc.) werden fachgerecht montiert. Montagebohrungen und -winkel richten sich nach den Herstellerangaben und der Baustatik.

  • Elektrischer Anschluss: Die Montagekabel werden an die Stromversorgung und Netzwerkinfrastruktur angeschlossen. Alle Verbindungen werden gekennzeichnet, geerdet und nach erfolgter Verdrahtung jeweils einem Funktionstest unterzogen.

  • Funktionstest und Inbetriebnahme: Nach der Verdrahtung erfolgt eine vollständige Inbetriebnahme. Alle Funktionen der Zutrittskontrolle (z. B. Türöffnung, Sensorreaktion, Leitstellenanbindung) werden geprüft. Gleichzeitig wird der ordnungsgemäße Betrieb der Sicherheitsvorkehrungen kontrolliert (Notentriegelung, Alarmierung).

Abschluss & Übergabe

  • Baustellenreinigung: Nach Abschluss der Montagearbeiten wird der Arbeitsbereich aufgeräumt. Montagerückstände, Verpackungsmaterial und sonstiger Abfall werden entfernt und gemäß den Umweltvorschriften entsorgt.

  • Endkontrolle und Test: Alle installierten Geräte werden einer abschließenden Funktions- und Sicherheitsprüfung unterzogen. Hierzu gehört auch die Kontrolle elektrischer Anschlüsse und mechanischer Befestigungen.

  • Dokumentation und Protokollierung: Ergebnisse aus Tests und Prüfungen werden dokumentiert. Betriebsunterlagen und Prüfprotokolle werden dem Auftraggeber bereitgestellt.

  • Abschlussbesprechung und Abnahme: Vor der endgültigen Übergabe findet eine gemeinsame Endabnahme mit dem FM-Vertreter statt. Installation und Sicherheit werden überprüft und Abweichungen protokolliert. Anschließend bestätigen der leitende Monteur und der FM-Beauftragte die ordnungsgemäße Fertigstellung durch Unterschrift.

Verfahrensvorkehrungen

  • Tägliche Sicherheitsbesprechungen: Das Installationsteam führt täglich eine kurze Besprechung (Toolbox Talk) durch, um den Tagesablauf und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen.

  • Notfall- und Rettungsplan: Alle Mitarbeiter werden zu Beginn der Arbeiten über die Notfallmaßnahmen informiert. Flucht- und Rettungswege sowie Sammelplätze sind bekannt und werden ggf. mit Feuerwehr und Sicherheitsdienst abgestimmt.

  • Erste-Hilfe und Brandschutz: Auf der Baustelle stehen jederzeit verfügbare Erste-Hilfe-Kästen und Feuerlöscher zur Verfügung. Mindestens ein Mitarbeiter ist in Erster Hilfe geschult.

  • Meldung von Vorfällen: Ein Verfahren zur sofortigen Meldung von Unfällen, Beinaheunfällen oder Sicherheitsmängeln ist etabliert. Jeder Vorfall wird dokumentiert und es werden unverzüglich Korrekturmaßnahmen eingeleitet.

Dokumentation & Nachweise

  • RAMS-Dokumentation: Die vollständige RAMS (Gefährdungsbeurteilungen, Method Statements) ist diesem Angebot als Anlage beigefügt.

  • Schulungsnachweise: Nachweise über Sicherheitsschulungen und Qualifikationen der eingesetzten Monteure (z. B. Elektroschulungen) werden bereitgestellt.

  • Herstellerunterlagen: Installationshandbücher und technische Anleitungen der eingesetzten Geräte (Steuerungen, Leser, Antriebe) sind vorhanden und werden beachtet.

  • Inspektions- und Prüfprotokolle: Protokolle von Sicherheitsbegehungen und Zwischenabnahmen während der Installation werden geführt und sind Bestandteil der Dokumentation.

Erklärung

Hiermit bestätigt der Unterzeichner, dass sämtliche Installationsmaßnahmen für das Zutrittskontrollsystem in vollem Umfang den geltenden Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften sowie den im RAMS beschriebenen Verfahren entsprechen. Der Auftragnehmer garantiert eine sichere, kontrollierte und vorschriftsgemäße Durchführung der Installationsarbeiten an den Eingangsbereichen.

Ort, Datum: __________________________

Unterschrift (Auftragnehmer): __________________________

Name in Druckbuchstaben: __________________________

Position: __________________________

Firmenstempel: __________________________