Präsensmeldungen erfassen in Zutrittskontrollsystemen den aktuellen Aufenthaltsstatus von Personen innerhalb eines Gebäudes oder definierter Bereiche. Auf Basis dieser Informationen entstehen Evakuierungslisten, die im Notfall eine schnelle Übersicht über anwesende Personen liefern. Sicherheitsverantwortliche erhalten damit eine strukturierte Grundlage für Evakuierungsmaßnahmen, Vollzähligkeitskontrollen und koordinierte Rettungsprozesse bei Bränden, technischen Störungen oder anderen Krisensituationen.
Präsenzmeldungen: Echtzeit-Überwachung für intelligente Schließanlagen
Einsatzbereiche von Präsensmeldungen und Evakuierungslisten
Evakuierungen bei Bränden oder anderen Notfällen,
Sicherheitsüberprüfungen in Hochrisikobereichen,
Krisenreaktionen bei Amokläufen oder Terrorwarnungen,
Arbeitszeiterfassung und Compliance mit Sicherheitsvorschriften,
Koordination externer Dienstleister und Besucher in kritischen Situationen.
Ein intelligentes Präsens- und Evakuierungssystem verbessert nicht nur die Sicherheit, sondern steigert auch die Effizienz und Nachvollziehbarkeit von Evakuierungsprozessen.
Ein Präsensmeldesystem stellt in Echtzeit dar, welche Personen sich aktuell im Gebäude befinden. Dies geschieht über:
Zutrittsbuchungen durch RFID-Karten, mobile Apps oder biometrische Systeme,
RFID-Tracking oder Bluetooth-Beacons für Standorterkennung,
Erfassung von Arbeitszeiten in Zutrittskontrollsystemen,
IoT-Sensoren zur Belegungserkennung in Räumen.
Beispiel
Wenn ein Feueralarm ausgelöst wird, kann das System sofort ermitteln, wer sich noch im Gebäude aufhält und wo diese Personen zuletzt registriert wurden.
Erweiterte Präsensmeldungen für verschiedene Personengruppen
Eine vollständige Präsensmeldung muss neben den Mitarbeitenden auch Besucher, externe Dienstleister, Reinigungskräfte und Subunternehmer erfassen.
Integration mit Besucher- und Fremdfirmenmanagement:
Besucheranmeldung wird in das Präsenssystem übernommen,
Temporäre Zutrittsrechte für externe Dienstleister mit Echtzeitüberwachung,
Automatische Deaktivierung von Zutrittsrechten nach Verlassen des Geländes.
Beispiel
Ein externer Techniker wird automatisch in die Präsensliste aufgenommen, sobald er sich mit einer temporären Zutrittskarte am Empfang einbucht.
Generierung und Funktionsweise der Evakuierungsliste
Bei einer Evakuierung erstellt das System automatisch eine Evakuierungsliste, die alle Personen enthält, die sich laut Zutrittskontrolle oder Präsensmeldung noch im Gebäude befinden.
Diese Liste enthält:
Name und ID der Person,
Zugehörige Abteilung oder externe Firma,
Letzter registrierter Standort im Gebäude,
Zeitstempel der letzten Zutrittsbuchung,
Sonderhinweise (z. B. eingeschränkte Mobilität, VIPs, externe Dienstleister).
Beispiel
Während einer Brandschutzübung kann die digitale Evakuierungsliste in Echtzeit anzeigen, wer das Gebäude verlassen hat und wer noch vermisst wird.
Die Evakuierungsliste kann:
Auf Monitoren in der Sicherheitszentrale angezeigt werden,
Über mobile Apps oder E-Mails an Sicherheitskräfte und Feuerwehr übermittelt werden,
An Sammelpunkten für Echtzeit-Updates genutzt werden.
Beispiel
Sicherheitskräfte erhalten mobile Tablets mit Evakuierungslisten, um Personen an Sammelpunkten abzugleichen und Vermisste schneller zu lokalisieren.
Mobile Erfassung an Sammelpunkten
Mitarbeitende scannen ihre RFID-Karte oder QR-Codes an Sammelstellen,
Automatische Aktualisierung der Evakuierungsliste,
Sichtbarkeit von fehlenden Personen für Rettungsteams.
Beispiel
Nach einer Evakuierung kann das System anzeigen, wer sich bereits am Sammelpunkt befindet und wer noch gesucht werden muss.
Integration mit IoT- und Smart-Building-Technologien
Bewegungssensoren erkennen belegte Räume für effizientere Suchaktionen,
Automatisches Entriegeln von Fluchtwegen und Notausgängen,
Verknüpfung mit Gebäudetechnik für Evakuierungsanweisungen auf Monitoren.
Beispiel
Falls eine Evakuierung notwendig ist, öffnet das System automatisch alle Notausgänge und sperrt Hochsicherheitsbereiche.
Notfallkommunikation mit betroffenen Personen
Automatische SMS- oder Push-Nachrichten an Personen, die sich noch im Gebäude befinden,
Live-Anweisungen über Lautsprecher oder digitale Displays,
Gezielte Alarmierung von Teamleitern und Führungskräften.
Beispiel
Falls eine Person nach einer Evakuierung nicht gefunden wird, kann das System eine SMS mit Anweisungen an die betroffene Person senden.
DSGVO-konforme Verarbeitung von Anwesenheitsdaten
Präsensdaten dürfen nur für Evakuierungs- und Sicherheitszwecke genutzt werden,
Automatische Löschung oder Anonymisierung nach definierten Fristen (z. B. 24–48 Stunden),
Einschränkung des Zugriffs auf Evakuierungslisten auf autorisierte Sicherheitskräfte.
Beispiel
Nach einer Brandschutzübung wird die Evakuierungsliste automatisch nach 48 Stunden gelöscht, um Datenschutzbestimmungen zu erfüllen.
Zugriffskontrolle und Sicherheitsmaßnahmen
Logging aller Abfragen und Änderungen an Präsensmeldungen,
Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugriff auf sicherheitskritische Daten,
Automatische Reports für Audits und Compliance-Prüfungen.